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Pimp my BMW ...

Eines Tages war ich gezwungen meinen fast neu gekauften Renault zu entsorgen. Unterm Strich das teuerste Auto, das ich je besaß, trotzdem ich viel selber geschraubt hatte. Irgendwann war mir die Qualität zu schlecht und die ersten nicht reparablen elektronik-Defekte kündigten sich an.

Nee, das mache ich nie wieder. Auf der Suche nach einem passenden Untersatz machte mich Martin auf seinen BMW 1602 aufmerksam, den er als Student gefahren hatte und jetzt seit 8 Jahren in seiner Tiefgarage schlummerte.

Mit BMW hatte ich bisher nie was zu tun gehabt. Ich dachte Mercedes und BMW gehören zu den Fahrzeugen, die sich jenseits der Erreichbarkeit meiner Geldbörse befanden. Aber ich hatte ja keine Ahnung. Ich informierte mich gründlich und kam zu der Erkenntnis, daß es eigentlich genau das war, was zu mir passt: eine kleine sportliche Limousine,

BMW 1602 in einem Werbeprospekt

mit ausreichend Leistung, problemloser bezahlbarer Ersatzteilsituation und ohne elektronischem Schnickschnack. Also alles was man braucht: 4 Räder, Lenkrad und ein 1600er Vergasermotor mit 86 PS. Noch dazu mit einer Erstzulassung  1975, wodurch es in den Genuß eines historischen Kennzeichens kommt. Die erste Besichtigung war genau, wie ich mir ein Auto vorstellte, daß fast ein Jahrzehnt unberührt gelassen wurde: Eine dicke Staubschicht überall und die Reifen fast platt.

Technische Fragen? Probleme? Kritik? Lob?

markus@frula.de

Bitte !

Ich freue mich über jede Mail, die mich erreicht, aber

KEINE

Ersatzteilbestellunge n Kauf- oder Verkaufsanfragen, Restaurationsaufträge

,Händleranfragen

 ICH BIN KEIN GEWERBE ! Bitte habt Verständnis, daß ich nicht alles kaufen kann, was mir angeboten wird. Dies ist nur ein HOBBY, auch wenns nicht so aussieht.

Mit etwas Mühe bekamen wir den Motor zum Laufen und wir brachten ihn in die Werkstatt zur genaueren Untersuchung.

Motor und Vergaser hatten eine Überholung nötig, ebenso die Bremsen. Außer 2 Durchgerosteter Türen und einem Loch im Bodenblech war sehr erfreulich für ein 30 Jahre altes Auto. Dieser BMW gehörte lange Zeit dem Besitzer eines  Autohauses in Köln, daher war er besonders gut konserviert und gepflegt worden. 

Die Technik.  der Motor hatte nach 176 000 km kaum Abnutzungserscheinungen. Lediglich ein gebrochener Kolbenring war zu beklagen. Aber als gründlicher Mensch wird das Motorinnere gesäubert, neu gelagert und abgedichtet. Bei der Gelegenheit sind auch neue Ventilschaftabdichtungen und ein Einschleifen der Ventile fällig.

Zugegeben ist die Restauration eines solch populären “schon-Oldtimers” nicht wirklich eine Herausforderung, trotzdem gab es einige böse Überraschungen. Beim Einbauen der Kolbenringe sind 2 Ölabstreifringe gebrochen. Nur mit einem sehr präzise geführten Blechstreifen bakam ich die neuen Unfallfrei eingebaut. Als alles eingestellt war und der Motor zu ersten Mal lief ist ein Kipphebel durchgebrochen. Vielleicht hätte ich besser beim Zusammenbau des Kopfes eine Druckbrücke benutzt. Glücklicherweise lernte ich im Zusammenhang mit diesen Problemen einen Arbeitskollegen kennen, der sich schon Jahre (Jahrzehnte) mit 02s beschäftigt und mir mit diesem und einigen anderen Problemen half.

gesäuberte und nicht gesäuberte Kolben

einschleifen der Ventile...

Die alten 02 - Kipphebel habe ich alle gegen Nachfolgemodelle des E21 getauscht. Sie haben eine andere Form und sind daher etwas stabiler.

Aus den 3 Solex Vergasern, die ich insgesamt hatte bekam ich einen zusammen, der funktionierte.

Um Sprit zu sparen habe ich das Hinterachsdifferential vom 2002 verbaut. Das hat glatt einen ganzen liter gebracht und zu meiner Überraschung die Charakteristik des Autos total verändert. Das Drehzahlnieau ist niedriger, damit leider auch das Temperament, aber davon hatte er vorher meiner Meinung nach zuviel gehabt.

Im Kofferraum befanden sich 4 Alufelgen von ATS, die mit neuen 185er Reifen bestückt wurden. Ebenso wanderten Front- und Heckstbilisator ins Fahrwerk sowie 2 Vorspannringe an der Vorderachse. Ich war erstaut, wie sehr sich das Fahrwerk auf einmal verbesserte. Das Kurvenräubern macht auf einmal richtig Spass!

Ebenfalls verbaut wurden 2 neue Türen, eine neue Frontscheibe und ein Hahne Holzlenkrad im Nardi-Stil. Natürlich dürfen die 70er Jahre Plüschsitzbezüge nicht fehlen. Die kann man immer noch kaufen! Zum Schluss noch den Wackeldackel und die gehäkelte Klorolle auf der Heckablage und fertig ist das 70er Jahre Mobil.

wer wird denn da Kopflos werden...

mit 2 neuen Türen und plüschiger Rückbank !

...und zeitgenössischen ATS-Felgen

So bekam ich den Wagen zunächst mal über den TÜV. Der Prüfer war begeistert! Die Abnahme war kein Problem, auch das H-Kennzeichen wurde bewilligt und nach einer “Sichtprüfung” wurde mir auch das Holzlenkrad eingetragen.

Leider verlangte das Auto nach mehr Reparaturen - Hauptsächlich Standschäden: Der Tank war innen verrostet, daher wurde er gegen eine neue 50 Liter Variante getauscht - ebenfalls der Tankgeber, der nur noch “halbvoll” anzeigte, egal wieviel Sprit sich im Tank befand. Die vorderen Bremskolben waren so verrostet, daß sie die Bremse immer wieder blockierte, daher drehte mir Eberhard direkt 4 neue aus Edelstahl. Damit war dieses Problem für immer vom Tisch. Diverse Bremsleitungen und Schläuche tauschte ich aus, ebenso Wischwasserbehälter und die verrosteten Wischerarme wichen einem Satz aus Inox. Die Zusatzscheinwerfer fand ich bei Marc, meinem 02-Arbeitskollegen in der Werkstatt, sowie ein neues Lenkgestänge. Das alte war verbogen und wanderte daher direkt auf den Schrott. Genauso wie die Lenkstange, die zusätzlich noch ein defektes Lager hatte. Auch die Domlager wurden getauscht und bei der Gelegenheit direkt die vorderen Stoßdämpfer. Für hinten hatte ich auch welche besorgt - wenn man schonmal dabei ist....

Die hoffentlich letzte Überraschung bereitete mir der Verteiler: die Lagerung hatte zuviel Spiel und die Halteplatte für den Unterbrecher wackelte hin und her, so daß sich der Schließwinkel immer wieder veränderte. Erst nachdem ich 2x auf der Autobahn liegengeblieben war und ich über eine “sich selbst verstellende Zündung” resignierte untersuchte ich das Problem genauer. Alter Verteiler raus, Marc hatte noch einen guten gebrauchten.

Nach einigen 1000 kilometern bemerkte ich ein schnellen Verschleißen der Zündkezen, welches ich und keine Werkstatt mir plausibel erklären konnte. Ich prüfte die Kompression und stellte auf den 2 entsprechenden Zylindern einen viel zu geringen Wert fest. Scheint daß der Kopf hin ist. Irgendwo. Auf einem Ersatzmotor fand sich ein etwas neuerer Kopf (1982er Guß! mit neuen Ventilführungen und verbesserten Ventilschaftabdichtungen) Dieser wurde gründlich gereinigt, ein Streifzug bei eBay bescherte mir einen neuen Satz Ventile. Bei der Gelegenheit habe ich gleich die Kanäle geglättet und auf 2 Doppelvergaserbrücken angepasst (wer weiß, wann ich das mal mache) Alles sorgfältig zusammengebaut - dabei fiel mir noch ein Riss im Auspuffkrümmer auf, der direkt getauscht wurde - läuft der Wagen wieder wie neu! Manches muß man eben doch 2x machen....

Winter 2009 Auf einem Oldtimer Markt fand ich rein zufällig die Ansaugstutzen für den A0 Alpina Tuningsatz. Die einzigen Teile, die richtig schwer zu bekommen sind, denn die kleineren 1500 und 1600er Motoren wurden nur selten mit einem Doppelvergaser bestückt. Nun konnte ich nicht mehr zurück. Aber vorher würde ich mir einen 5. Gang wünschen, damit sich die Mehrleistung auch wirklich lohnt...

auf der Autobahn...

August 2006. Der Neue! BMW E30 318i Baujahr 1985

Ei wo isser denn? Wo ist der Rost?

...bastel, bastel, bastel....

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