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Juli 2008. Inzwischen sind alle Karosserieteile geschweisst und warten auf den Lackierer. Zeit sich dem Motor zu widmen. Das Herzstück des Ami ist ein alter Bekannter - ein 2 Zylinder Boxer Motor den auch die Ente befeuert. Nur hat dieser einen etwas anderen Vergaser und anders geformte Luftleitbleche, die die Luft stärker richtung Vergaser “drückt” Ein mini-Turbo sozusagen.... Damit entwickelt der Motor ganze 32 PS - 4 mehr als beim 2cv.

Kupplung in Rost

Im jetzigen Zustand allerdings steht er nur rum und rieselt Rost.... Vorsichtig habe ich ringsum alle Bleche entfernt. darunter kamen jede Menge Laub, Dreck, Ölreste und Splitter von einem gebrochenem Lüfterrad zum Vorschein. In den Kanälen der Zylinderkopf lag lose Asche. Ok, mir bleibt wohl doch nichts anderes übrig als eine Totaldemontage. Mal sehen, was ich noch so finde...

Der Dreck und Olschlamm hat ganz gut konserviert...

Bevor ich weiterschraube bin ich mal kurz zur Tanke gefahren um den Klumpen Dreck dampfzustrahlen, siehe da, es kam tatsächlich ein MOTOR zum Vorschein. Das empfehle ich auch dringend jedem, der einen Motor überholt. Vor dem Zerlegen gründlich säubern. Das verhindert, daß nachher Dreck irgendwo reinfällt, wo man ihn nicht mehr rausbekommt...

Ich bin erstaunt wie leicht sich der Motor zerlegen läßt.  5 M7er Schrauben halten das Gehäuse jeweils 2 M10 pro Seite an den 2 Kurbelwellenlagern. Nach Demontage der Peripherie (Olkühler, Ölleitungen, Schwungrad und Zylinder) sorgte ein kurzer kräftiger Schlag mit dem Gummihammer und das vertikal geteilte Motorgehäuse war offen. Innen befindet sich die Kurbelwelle, die Nockenwelle und 4 Stössel - das wars. Einfacher geht es nicht. Alles gründlich gesäubert - jetzt kann der Zusammenbau beginnen.

Und so wirds gemacht:

Zunächst alles saubermachen und die Teile bereitlegen, ein neuer Dichtungssatz ist besorgt...

Alle 4 Stössel mit Öl einsetzen..

... und auch auf der anderen Seite..

Dann die Nockenwelle einlegen. Die Zahnräder müssen bei der Markierung eingreifen, damit die Steuerzeiten stimmen.

Den Ölsumpf mit neuem O-Ring einsetzen...

Jetzt das linke Gehäuse aufstecken und zusammenschieben. Alle Gehäuseschrauben anbringen, aber nur leicht anziehen...

Der Deckel der Ölpumpe bekommt eine neue O-Ring Dichtung...

Das Lüfterrad kann jetzt montiert werden...

Die Kolbenringe werden mit neuen Kolbenringen eingebaut, dann die Zylinder montiert.

Bevor es weitergeht werden alle Schrauben mit dem erforderlichen Drehmoment angezogen...

Der nächte Abschnitt ist nur etwas für erfahrene Schrauber: Beim umdrehen des Motors die Ölpeilstabführung abbrechen. Wahrscheinlich war der schon angebrochen, ich hatte es nur nicht gemerkt. Also Motor nochmal auseinandernehmen, Ölstab von unten absägen, die Reste von außen reinschlagen, die Trümmer innen entfernen. Dann alles wieder gründlich säubern, neue Ölpumpendichtung und neue Ölpeilführung besorgen und alles wieder zusammenbauen. Leute, versucht das nicht zu Hause, das ist nur was für trainiertes Personal...

Nachdem alles wieder zusammen ist kann die Kupplung montiert werden. Dazu muß die Belagscheibe mithilfe eines selbstgedrehten Dorns zentriert werden bevor der Automat festgeschraubt wird, damit der Motor später ans Getriebe angeflanscht werden kann...

Die Stösselrohre werden bestückt. Neue Rohrdichtungen sog. Brillendichtungen werden aufgesteckt und dann gibt es ein Wiedersehen mit den Zylindern.

Die Wellendichtringe auf die Kurbelwelle stecken...

Kurbelwelle ins rechte Gehäuse legen. Die KW-Lager dabei so drehen, daß der Zapfen im Motorgehäuse in die Bohrungen des Lagers geht..

Jetzt das Ölpumpengehäuse mit neuer Dichtung einsetzen.

Dichtmasse aufbringen.

Jetzt kommt die Ölpumpe. Zuerst das Innere Rad, dann das Äußere einsetzen...

Deckel drauf und festschrauben....

Ölrückschlagventil und Öldruckschalter mit neuem Dichtring einbauen...

Motor und Getriebe werden jetzt verbunden und mit den 4 Muttern verschraubt. Weil jetzt noch einige Komponenten fehlen kann man jetzt alleine die Antriebseinheit in das Fahrgestell heben und an den Motorböcken verschrauben.

passt ! - Die 2. Hochzeit an diesem Fahrzeug

So, das schwierigste ist geschafft, jetzt  können wir uns den Zylinderköpfen widmen....

Die Brennräume werden mit einer Drahtbürste vom Dreck befreit und dann gründlich mit Kaltreiniger gespült.

Anschließend ging es ans Einschleifen der Ventile. Dabei ist größte Sorgfalt nötig. Die Schleifpaste darf auf keinen Fall in die Ventilführungen gelangen. Also nach dem Einschleifen alles gründlich mit Benzin spülen und freiblasen. Danach Ventile mit viel Öl einbauen. Neue Ventilschaftdichtungen sind obligatorisch.

So langsam wird der Motor vollständig. Die Zylinder und Köpfe kommen ganz ohne Dichtungen aus. Sie werden einfach aufgesteckt, mit Hilfe der Ansaugspinne ausgerichtet und dann festgeschraubt. Bevor die Ventildeckel angebracht werden stellen wir praktischerweise noch die Ventile ein.

Ab jetzt folgt fröhliches Dranschrauben: Ölleitung zu den Zylinderköpfen, Ölkühler, Benzinpumpe, Zündung, usw. Bevor die Ansaugspinne angebracht wird werden die Kühlbleche (die bei diesem Fahrzeug noch aus Blech (!) sind) angeschraubt. Dann folgen Heizbirnen, Auspuffrohr, Vorschalldämpfer, Handbremsseile, Kupplungsseil, Heizgestänge usw. usw.. Das Lüfterrad kommt zuletzt, nachdem die Zündung eingestellt wurde. Das geht am besten mit laufendem Motor. Da sind wir noch weit von entfernt...

Für knapp 5 euro gibt es eine Adapterschraube mit UNF - Gewinde für den Ölfilterstutzen. Damit lassen sich größere herkömmliche Ölfilter montieren. Damit erhöht sich die Ölmenge im Motor, die dann für eine bessere Kühlung sorgen kann.

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Neue und alte Ölfilterschraube

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