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 ICH BIN KEIN GEWERBE ! Bitte habt Verständnis, daß ich nicht alles kaufen kann, was mir angeboten wird. Dies ist nur ein HOBBY, auch wenns nicht so aussieht.

April 2001. Die ersten Restaurationsarbeiten haben begonnen. Bei diesem hoffnungslosen Fall war überdurchschnittlich viel Arbeit angesagt. Beim zerlegen des Motors mußte ich feststellen, daß das ganze Getriebe vom Rost so dermaßen zerfressen war, daß sich einige Zahnräder nicht mehr voneinander lösen ließen. Nach wochenlangem einweichen in Caramba und anderen Ölen ließ sich der Motor dann vorsichtig in seine Einzelteile zerlegen. Einige Bestandteile waren dann sogar noch zu gebrauchen. Eine wertvolle Adresse ist die Dürkopp Diana Community , ein inoffizieller Zusammenschluß von Weltweiten Diana-Fans, die sich zur Aufgabe gemacht haben bei Restauration und Erhalt von Diana - Rollern zu helfen. Über diese Adresse gelangte ich auch zu einem neuen Getriebe - zwar aus England (Pfund = teuer !!) aber in guter Qualität.  Beim Reinigen des Motorblocks mußte ich dann zu härteren Mitteln greifen: eine Polierbürste auf der Bohrmaschine verhalf dann dem Motorblock wieder zu akzeptabler Sauberkeit. Über 40 Jahre alter ölgetränkter Dreck kann ja so lästig sein.

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Im Winter 2001/2002. Beim Wiederherstellen des Motorgehäuses hatte ich leider nicht so viel Glück. Die äußere Motorschale, die Kupplung und Schaltmechanismus beherbergt wird mit 8 sehr langen Schrauben gehalten. Die meisten davon hatten sich im laufe der Zeit ins Aluminium des Gehäuses festgefressen. Dadurch daß Schrauben härter sind als das Motorgehäuse, geschieht das Mißgeschick des Beschädigens des Aluminiums leicht - So auch in diesem Fall. Doch Glücklicherweise verwendete Dürkopp früher recht reines Aluminium, daher ließ es sich relativ leicht wieder schweißen.

Der gesäuberte Motor (!) mit neuen Lagern. Ganz schön aufwendig: 1-Zylinder Kurbelwelle 4-fach gelagert!

Das Schwierigste war geschafft, Beim weiteren Vorgehen konnte mich jetzt nichts mehr überraschen. Als nächstes nahm ich mir das Fahrgestell vor. An diesem zeigte sich die einzige mir bekannte konstruktive Schwachstelle des Rollers. Im mittleren Bereich des Rahmens liegt das Fußblech auf einem Querträger auf und wird lediglich durch die Schrauben der Fußleisten gehalten. Der Stabilität macht das keinen Abbruch, doch bekanntermaßen fühlt sich immer dort wo Blech auf Blech unkonserviert aufliegt der Rost besonders wohl. Gerade dort weil sich da immer ganz besoders viel Wasser ansammelt, was nicht ungehindert ablaufen kann. Und genauso war es in diesem Fall. Nach 46 Jahren war an dieser Stelle nur noch Blätterteig übrig. Große Teile des Bleches mußte ich heraustrennen. Dann ging es daran neue Bleche anzufertigen. Dies war besonders schwierig, da nach außen hin 2 Kantungen gemacht werden mußten, um die originale Optik wiederherzustellen, außerdem mußten diese paßgenau auf Stoß eingeschweißt werden, damit man angrenzende Blechteile noch montieren konnte. Ein großes Risiko, denn ich wußte nicht, ob der ganze Rahmen nicht verzogen war. Zur Sicherheit habe ich diese Bleche gleich mit an den Querträger geschweißt und zusätzliche Bohungen angebracht, damit in dem Zwischenraum sich in Zukunft kein Wasser mehr sammeln kann. Eine große Portion Hohlraumkonservierung war an dieser Stelle nur noch obligatorisch.

April 2002. Zusammenbau. Fast ein Jahr hat es gedauert die wichtigsten Ersatzteile zusammenzutragen. Im Alleingang wäre dies fast nicht möglich gewesen, daher möchte ich an dieser Stelle alle Mitglieder der Diana Community und der Schmallenberger Oldie Roller Clubs, die mir geholfen haben sehr danken.

Ich spendierte meiner Diana eine professionelle Lackierung im 2 Farbton: Rahmen dunkelrot (den Farbton habe ich sehr lange und gründlich ausgesucht), Seitenhaben und Frontkaskade in Elfenbein (RAL 1011) Die Farbe ist zwar nicht original, aber zumindest einigermaßen zeitauthentisch.

Erstes Zwischenergbnis

Beim Zusammenbau erlebte ich dann wieder einige Überraschungen bezüglich der Paßgenauigkeit der Bleche. Wer schonmal versucht hat bereits lackierte Bleche passend zu machen, kann sich vorstellen, daß dies sehr lange gedauert hat. Kleine M3 Schrauben an günstigen Positionen hielten dann das Blech da wo es hingehörte.

Zur Ersatzteilsituation kann man nur sagen: Möglichst ein komplettes Fahrzeug erwerben! Blech- oder Zierteile zu bekommen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wer wirklich in Not ist kann sich an die Schmallenberger Oldie-Roller Freunde wenden. Hin und wieder lassen die Jungs im fernen Osten diverse Teile aus Aluminium Nachfertigen und verchromen in passabler Qualität. Aber es gibt auch positives: viele Teile lassen sich im Hause Piaggio Vespa besorgen: Züge, Schlösser, Backengummis. Bei Motorteilen kann man sich bei DKW umsehen: Kupplungsbeläge, Ritzel vorne, Kette,Griffgummis.

Schweißmarathon Auspuff - oder: wir schweißen uns mal eben einen Diana - Auspuff zusammen

In 20 Stunden und unter Verwendung von etwa 1 Quadratmeter Stahlblech entsteht ein neuer Auspuff. (Ja, es ist tatsächlich derselbe Auspuff von Seite 1!)

Ja, das Schweißgerät hat durchgehalten

Nein, ich würde sowas nicht noch einmal machen !

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