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Die Seite für den klassischen Motorroller |
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Die erste Überraschug bot dieses Fahrzeug beim Anschließen einer Batterie: Die Elektrik funktionierte talellos. Selbst die Blinker gaben in mehr oder weniger konstatem
Intervall die Fahrtrichung an nachdem sie montiert wurden. Es sind genau dieselben hässlichen riesen Plastikdinger, die die Schwalbe hat. An der Zündung hatte sich wohl jemand mit unkundigen Händen versucht. sämtliche Schräubchen
an der Unterbrecherverstellplatte waren kaputt, sie ließen sich nur noch mit einem Körner lösen. Der Unterbrecher hing daneben, die Zündspule fehlte völlig. Schnell waren Neuteile besorgt. Etwas Stirnrunzelnd las ich auf der
Packung: “made in Bulgaria” Na gut, auf ins Abenteuer Ost. Etwas Mühe hatte ich beim Einstellen der Zündung. 4 mm vor OT waren schnell ermittelt, doch die hohe Qualität der Bauteile ließ beim bloßen Anziehen der
Unterbrecherverstellplatte einen ganzen zusätzlichen Millimeter Vorzündung zu. |
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Bei Ausgrabungen in einer Troll - Rollersitzbank traf man auf eine noch nicht entdeckte Spezies. Die bröselige, krümelige, bioartige Masse zeichnet
sich besonders dadurch aus, daß sie bei Bewegung dichte Staubnebel produziert und heftige Hustenreize hervorruft. Forscher der NASA sind sich noch nicht einig, ob uns diese Lebensform freundlich oder feindlich gesonnen ist. |
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Unter einer dicken Schickt Ölschlamm fand ich nach vorsichtigen Abbauen des riesigen Gebläsetunnels: oh Wunder: einen MOTOR ! Beim Zerlegen des Motors kam die
nächste Überraschung: die Lagerbuchse des Getriebes bestand nur noch aus Gebrösel. Der Vorgänger ist wohl ohne Getriebeöl gefahren. Darauf ist das Lager heißgelaufen un schlichtweg verbrannt. Die Dichtfläche des Getriebedeckels
habe ich plangefräst und eine neue Lagerbuchse gedreht. Vielleicht ist der Motor noch zu retten. |
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Bevor sich die alte DDR-Technik es sich anders überlegen konnte beschlossen wir das alte Teil direkt zuzulassen. Und wie schon von der Zulassung der Dürkopp Diana her bekannt zunächst die Erlaubnis zur Vorführung beim TÜV holen. Also auf zum Straßenverkehrsamt. Nach ausgiebiger Erklärung unseres Wunsches wurde erstmal sehr lange nachgeforscht - schließlich teilte uns der Beamte mit Blick eines Kriminalkommissars beim Ertappen eines Schwerverbrechers, daß das Fahrzeug als gestohlen gemeldet wurde. Uns lief der Allerwerteste auf Grundeis, aber nach einigem Nachfragen stellte sich heraus daß es ein mit 50 Kubik motorisierter Krankenfahrstuhl der Marke Meyra, der da gestohlen wurde, dessen Fahrgestellnummer zufällig identisch war. Wahrscheinlich für ein illegales Autobahnrennen einiger Halbwüchsiger, scherzten wir. Schließlich bekamen wir dann das hochoffizielle amtliche Formular für die Vorführung - in Form einer handschriftlich ausgestellte Anweisung auf einem weißen Stück Papier - immerhin mit Stempel.Auf zum TÜV. Für den Gang zum TÜV empfiehlt es sich eine Menge Zeit mitzubringen, wenn man keinen Termin hat. Ebenso sollte man alles dabei haben,
was man an Papier bekommen kann, wo “TROLL” draufsteht Ebenso sollte man vorher anrufen und fragen, ob man eine solche Abnahme dort machen kann, denn es ist nicht überall möglich und es darf auch nicht jeder TÜV Prüfer. Die
Erfahrung hat mir gesagt, daß dieser Prüfer genau dann nämlich Urlaub hat... Nach langem Warten kam ein etwas mürrischer Herr zu uns, nahm das Relikt und die Unterlagen in Augenschein und notierte etwas auf seinem
Block. Ich solle das Fahrzeug anwerfen. Der Troll versagte den Dienst. Er sprang an, ging aus, sprang an, ging aus, sprang an... lief! Der Herr kam aus seinem Glaskasten zurück in den er schon verschwunden war und setzte sich auf
die Sitzbank. Er legte den Gang ein: Motor aus. Neustart, Gang rein, Motor aus. Das ging dann so etwa fünf mal so! Wir sahen die Zulassung schwinden. Irgendwann hatte der Roller ein einsehen und fuhr mit dem Prüfer eine Runde über
den Hof. Der Prüfer stieg ab, deutete mir zu folgen und verschwand wieder in seinem Aquarium. Weitere 15 min später kam er mit einem Kollegen zurück und rätselte an meinem Handbuch rum, was er nun da eintragen könne. Der kopierte
Brief war dann eine große Hilfe. Mit einem netten Hinweis, doch mal nach der Zündung zu sehen und meiner Antwort, das man das ohne Probefahrt ja nicht gut könne und diese ohne Zulassung ja schlecht möglich sei, bekam ich den
Prüfbericht ausgehändigt. Als ich nun endlich an der Kasse stand kam ein anderer Herr im blauen Kittel zu mir und sagte, mit strahlenden Augen: ,,Uff sö nem Dröll hobe ich domols mainen Labben gemöcht!“ Der Rest war einfach:
Wieder mit dem Berg Papiere zum Amt, Brief ausstellen lassen, Kennzeichen bekommen, fertig. Die erste Tour war jedoch ähnlich wie die Fahrt des TÜV-Prüfers: angesprungen, 5 km gefahren, 3km nach Hause geschoben. SEUFZ |
Nach intesivem Suchen und Probefahren beschloss ich dem Troll einen neuen Kabelbaum zu spendieren und einen elektronischen Regler. Der alte mechanische hatte seinen Dienst quittiert und zudem dafür gesorgt, daß sich die neue Batterie in einen Sulfatklumpen verwandelt. Also, alles auseinanderbauen, Haube ab. Der alte Kabelbaum war schnell draußen. Beim biegen der Drähte knackte dieser durch wie ein alter Ast. Und staubte genauso. Ok, der is hin. Durch das bißchen Probefahren hatten sich eine Vielzahl an Schrauben gelockert - eine charakteristische Eigenart von MZ - Motoren. Der reinste “Rüttelbock” Alle Schrauben sollte man beherzt festziehen - auch der Haltebügel des Tachos, sonst kann man auf der Fahrt beobachten, wie der buchstäblich im Lampenkasten rotiert. Zudem bekam der Troll eine 6V 12 Ah Bleigel-Batterie aus einem alten Elektrorasenmäher. Diese Akkus sind Problemlos in Fahrzeugen zu verwenden, solange der Ladestrom des Reglers nicht 7,5 Volt übersteigt. |
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Die tollkühne Testpilotin Sabine P. bei ihrem waghalsigen Ritt auf der Wäschekiste.... |
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