Der Schließwinkel
ist der Winkel innerhalb derer der Unterbrecher geschlossen ist. In dieser Zeit wird die Zündspule mit Strom versorgt, ein Magnetfeld baut sich auf und bricht zusammen sobald der Kontakt abhebt. Dabei entsteht an der Zündkerze ein Funken. Diesen Zeitpunkt nennt man
Zündzeitpunkt.Das Einstellen der Zündung erfolgt immer in 2 Schritten, die unbedingt NACHEINANDER erfolgen müssen:
1. Schließwinkel einstellen.
Der Schließwinkel wird
korrekt eingestellt indem man bei der höchsten Stellung der Nocke den Spaltabstand der Unterbrecherkontakte von 0,35 bis 0,4 mm einstellt. Das ist etwa die Dicke einer Postkarte.
Den Spaltabstand stellt man
am besten mit 2 Schraubenziehern ein. Zuerst die Schraube, die den Kontakt hält etwas lösen. Meist kann man dann mit einem genügend breiten Schraubenzieher zwischen 2 Laschen, Vertiefungen o.ä. ansetzen und den Kontakt
drehen. Dabei wird der Abstand größer bzw. kleiner. Danach die Schraube wieder festziehen. Nochmal kontrollieren, da sich beim Festziehen der Kontaktabstand wieder verringern kann.
2. Danach wird der Zündzeitpunkt eingestellt.
Der Zündzeitpunkt
ist die Kurbelwellenstellung, bei der ein Zündfunke an der Zündkerze entsteht. Er wird in Bezug auf den Kolben angegeben. Entweder in
- Grad (Kurbelwinkel) vor OT
oder in
-
mm vor OT
OT ist der Obere Totpunkt = höchste Stellung des Kolbens im Zylinder)
Einen der beiden Werte sollte man kennen.
Vorbereitung
a) Um sich den Zündzeitpunkt anzeigen zu lassen
(d.h. der Zeitpunkt wenn der Unterbrecherkontakt gerade öffnet) behilft man sich mit einer kleinen Prüflampe oder eines Summers. Diese können entweder mit einer kleinen Batterie selbst versorgt werden,
oder man nimmt eine ganz gewöhnliche Prüflampe aus der Autozubehörabteilung eines Baumarktes. Dann muß aber die Bordelektrik des Fahrzeugs angeschlossen bleiben. In vielen Fällen bietet sich an die Einstellung bei
ausgebautem Motor durchzuführen. Dafür habe ich mir einen „Piepser“ gebaut. Hierbei handelt es sich um einen mit einer Batterie versorgten Summer mit 2 Kabeln, die am Ende jeweils eine Krokodilklemme haben. Manche
Multimeter besitzen eine Einstellung, die einen Ton erzeugt, wenn sich die Prüfkontakte berühren.
Die Meßuhr wird zwischen Masse und Konsensator angeschlossen.
Dies ist die kleine Metalldose, die irgendwo auf der Lichtmaschine sitzt. Manchmal findet man sie direkt an der Zündspule.
b) Die Bestimmung der Kurbelwellenstellung kann mit Hilfe einer Messuhr
erfolgen (mm vor O.T.), die in den Kerzenschacht gesteckt wird - oder einer Gradscheibe
(° vor O.T.), die am Kurbelwellenstupf angebracht wird. Je nach Motorgeometrie, dessen Platzverhältnisse und dem persönlichen empfinden scheint die eine oder andere Methode geeignet. In einigen Fällen steckt die Zündkerze jedoch schräg im Zylinderkopf, so daß sich die Meßuhr nicht mehr anbringen läßt. In diesm Fall schraubt man den Kopf ab und die verbleibenden Gewindebohrungen bzw. Stehbolzen bieten eine gute Anschrubmöglichkeit für den Halter der Meßuhr.
(Nebenbei bemerkt habe ich schon Vorschriften gesehen in dem ein OT - Wert bei schräg angesetzter Meßuhr angegeben war. Wer die Trigonometrischen Formeln beherrscht könnte dieses Problem lösen - oder lieber zur
Gradscheibe greifen)