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Einstellung der Zündung

Kurz vor Fertigstellung eines Fahrzeugs kommt der Punkt an dem die Einstellungen kommen. Die wichtigste und für anständigen Motorlauf zuständige Einstellung ist die Zündung, daher habe ich ihr hier eine ganze Seite gewidmet. Oft und gerade für Anfänger werden immer wieder Fehler gemacht, da die genaue Kenntnis der Funktion einer mechanischen Unterbrecherzündung nicht ganz klar ist. Wie in den meisten Fällen, wo Elektrizität im Spiel ist - man kriegt eine gefunkt und weiß nicht warum.

In den meisten Fällen ist in unseren Rollern (NSU Prima & Lambretta, Dürkopp Diana, Zündapp Bella usw.) eine Kombination aus Lichtmaschine und Anlasser verbaut - Dynastarter genannt. Meist von BOSCH oder NORIS - Er dreht wenn man Strom zuführt und liefert Strom, wenn er gedreht wird. Bei Fahrzeugen ohne Anlasser fehlt Anlass - Einrichtung, das Prinzip der Zündung ist aber gleich. Unterscheiden tut man hierbei noch in rechts- und linksdrehende Motoren, je nachdem ob der Motor gegen bzw. zur Fahrtrichtung eingebaut ist. Motoren mit gleicher Drehrichtung besitzen denselben Unterbrecherkontakt.

Die Teile der Lichtmaschine:

1 - Befestigungsschraube Unterbrecher

2- Justierschraube Unterbrecher

3 - Unterbrecherplatte

4 - Unterbrecherhebel

5 - Verstellplatte Zündzeitpunkt

6 - Schleifkohlen

7 - Kurbelwellenstumpf mit Nocke

8 - Fliehkrafthebel

9 - Vorwiderstand

Der Schließwinkel ist der Winkel innerhalb derer der Unterbrecher geschlossen ist. In dieser Zeit wird die  Zündspule mit Strom versorgt, ein Magnetfeld baut sich auf und bricht zusammen sobald der Kontakt abhebt. Dabei entsteht an der Zündkerze ein Funken. Diesen Zeitpunkt nennt man Zündzeitpunkt.

Das Einstellen der Zündung erfolgt immer in 2 Schritten, die unbedingt NACHEINANDER erfolgen müssen:

1. Schließwinkel einstellen.

Der Schließwinkel wird korrekt eingestellt indem man bei der höchsten Stellung der Nocke den Spaltabstand der Unterbrecherkontakte von 0,35 bis 0,4 mm einstellt. Das ist etwa die Dicke einer Postkarte.

Den Spaltabstand stellt man am besten mit 2 Schraubenziehern ein. Zuerst die Schraube, die den Kontakt hält etwas lösen. Meist kann man dann mit einem genügend breiten Schraubenzieher zwischen 2 Laschen, Vertiefungen o.ä. ansetzen und den Kontakt drehen. Dabei wird der Abstand größer bzw. kleiner. Danach die Schraube wieder festziehen. Nochmal kontrollieren, da sich beim Festziehen der Kontaktabstand wieder verringern kann.

2. Danach wird der Zündzeitpunkt eingestellt.

Der Zündzeitpunkt ist die Kurbelwellenstellung, bei der ein Zündfunke an der Zündkerze entsteht. Er wird in Bezug auf den  Kolben angegeben. Entweder in

- Grad (Kurbelwinkel) vor OT

oder in

 - mm vor OT

OT ist der Obere Totpunkt = höchste Stellung des Kolbens im Zylinder)

Einen der beiden Werte sollte man kennen.

Vorbereitung

a) Um sich den Zündzeitpunkt anzeigen zu lassen (d.h. der Zeitpunkt wenn der Unterbrecherkontakt gerade öffnet) behilft man sich mit einer kleinen Prüflampe oder eines Summers. Diese können entweder mit einer kleinen Batterie selbst versorgt werden, oder man nimmt eine ganz gewöhnliche Prüflampe aus der Autozubehörabteilung eines Baumarktes. Dann muß aber die Bordelektrik des Fahrzeugs angeschlossen bleiben. In vielen Fällen bietet sich an die Einstellung bei ausgebautem Motor durchzuführen. Dafür habe ich mir einen „Piepser“ gebaut. Hierbei handelt es sich um einen mit einer Batterie versorgten Summer mit 2 Kabeln, die am Ende jeweils eine Krokodilklemme haben. Manche Multimeter besitzen eine Einstellung, die einen Ton erzeugt, wenn sich die Prüfkontakte berühren.

Die Meßuhr wird zwischen Masse und  Konsensator angeschlossen. Dies ist die kleine Metalldose, die irgendwo auf der Lichtmaschine sitzt. Manchmal findet man sie direkt an der Zündspule.

b) Die Bestimmung der Kurbelwellenstellung kann mit Hilfe einer Messuhr erfolgen (mm vor O.T.), die in den Kerzenschacht gesteckt wird - oder einer Gradscheibe (° vor O.T.), die am Kurbelwellenstupf angebracht wird. Je nach Motorgeometrie, dessen Platzverhältnisse und dem persönlichen empfinden scheint die eine oder andere Methode geeignet. In einigen Fällen steckt die Zündkerze jedoch schräg im Zylinderkopf, so daß sich die Meßuhr nicht mehr anbringen läßt. In diesm Fall schraubt man den Kopf ab und die verbleibenden Gewindebohrungen bzw. Stehbolzen bieten eine gute Anschrubmöglichkeit für den Halter der Meßuhr. (Nebenbei bemerkt habe ich schon Vorschriften gesehen in dem ein OT - Wert bei schräg angesetzter Meßuhr angegeben war. Wer die Trigonometrischen Formeln beherrscht könnte dieses Problem lösen - oder lieber zur Gradscheibe greifen)

unten der angeschlossene “Piepser”

 

oben die Meßuhr, die den oberen Totpunkt des Kolbens abgreift.

Jetzt kann die Einstellung erfolgen. Und zwar verschieben wir den Zündzeitpunkt an die Stelle an dem Der Kolben den vor OT-Wert hat.

Methode mit Messuhr:

Darauf achten, daß sich der obere Totpunkt des Kolbens innerhalb des angezeigten Verschiebewegs des Fühlarms befindet. Am Kurbelwellenstupf wird der Motor nun gedreht, bis der Kolben die Höchststellung erreicht hat. Zusätzlich kann man erkennen, daß der Zeiger der Meßuhr stehen bleibt und dann die Drehrichtung wechselt. .  Am OT wird die Uhr auf „0“ gestellt. Dann wird am Lüfterrad entgegen der Laufrichtung des Motors gedreht, bis die Uhr den gewünschten Abstand anzeigt. Eine Umdrehung des Zeigers entspricht dabei 1 mm.

Methode mit der Gradscheibe:

Die Gradscheibe wird auf das Lüfterrad verdrehsicher befestigt. Ein Stück Draht fungiert als Zeiger, der am anderen Ende an einer möglichst  stabilen Stelle am Motorblock befestigt wird  Nun muß man den OT des Kolbens ermitteln. Dies geschieht am besten mit einem sog. Kolbenstopper. Diesen in das Kerzengewinde einschrauben. Das Lüfterrad mird nun von einem bis zum anderen Anschlag gedreht. Genau die Mitte ist dann der o.t. Auf diese Markierung wird der Draht hingebogen und wir haben unseren Nullpunkt.

Nun wird die Kurbelwelle entgegen der Drehrichtung des Motors verstellt bis die Messuhr bzw. der gewünschte Wert auf der Gradscheibe angezeigt wird. Weiteres Vorgehen erfolgt dann wie oben.

Einstellung:

Jetzt steht der Motor auf Zündzeitpunkt, wir müssen nur noch den Zeitpunkt am Unterbrecher dorthin schieben. Dazu werden die beiden Schrauben des Schlittens (Halters) leicht gelöst, auf dem Der Unterbrecherkontakt sitzt. Ähnlich wie bei der Justierung des Unterbrecherhebeln kann man wieder mit einem passenden Schraubenziehr den Schlitten auf dem Lichtmaschinengehäuse bewegen. Er wird solange bewegt und verschoben, bis die Prüflampe gerade an oder aus geht bzw. der Summer seinen Ton ändert. Der Zündzeitpunkt ist eingestellt und die beiden Schrauben des Schlittens können wieder angezogen werden. Jetzt wird das ganze nochmal überprüft indem man den Motor über den Zündzeitpunkt vorwärts und rückwärts drüberbewegt (angezeigt “0” an der Meßuhr) dabei muß die Prüflampe an/aus gehen bzw. die Summer seinen Ton verändern. Möglicherweise muß man nun ein wenig hin und herfummeln, bis man nach Festziehen des Schlittens die richtige Einstellung gefunden hat, denn auch hier verziehen sich die Bauteile ein wenig, welches die Einstellung verfälscht.

ACHTUNG: Einige Motoren haben eine Fliehkraftverstellung. Der Hebel muß bei der Einstellung des Zündzeitpunktes ganz gezogen werden.

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