Der Rollermarkus

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 ICH BIN KEIN GEWERBE ! Bitte habt Verständnis, daß ich nicht alles kaufen kann, was mir angeboten wird. Dies ist nur ein HOBBY, auch wenns nicht so aussieht.

Wenn man gerade daran denkt, das einem die geraden Zahlen so sympathisch sind, (die 2 ist eine hübsche Zahl, die 8 steht für Unendlichkeit und hat so schöne schlanke Hüften, die sechs...nein daran denken wir jetzt nicht!) vergisst man, das gerade die ungeraden Zahlen einen Anlass zur Freude geben: Jedes zweite ungerade Jahr findet in Langewiese auf einer nicht gerade langen aber gerade erst gemähten Wiese, ein nicht gerade geradlinig auf eine Marke versteiftes Rollertreffen statt, dass einen geradezu direkt in die Fünfziger Jahre zurückversetzt.

Ebenfalls ist es gerade für den Zweiradfahrer doch viel schöner eine ungerade Strasse zu befahren, als eine gerade! Und dazu hat man im Sauerland doch die besten Möglichkeiten.

Filme:

1. Mit dem Gespann durchs Sauerland 1

2. Mit dem Gespann durchs Sauerland 2

3. Fuffi fahn macht Spass 1

4. Fuffi fahn macht Spass 2

5. Oldies unterwegs 1

6. Oldies unterwegs 2

Wenden wir und also den ungeraden Dingen zu:

Vom Freitag dem 6.7.bis Sonntag dem 8.7.2007 sollte in Langewiese also das beim letzten mal so viel besungene Oldie-Rollertreffen stattfinden. Das 13. mal, oder so, da waren sich selbst Teile des Veranstaltungsteams nicht ganz einig drüber.

Wir haben uns ausgiebig darauf vorbereitet und schon Wochen vorher Panik geschoben, ob der Troll und das Bella-Gespann wohl bis dahin laufen.

Fluchs den Troll zum Tüv, nach Stirnekrausziehen und bockiger Probefahrt eine Zulassung bekommen, eine Probetour gefahren... Nix geht mehr. Fehlzündungen und kein Fehler zu finden.

Bella läuft, passt auf den Hänger, also wenigstens das haut hin.

Womit fahre ich denn nun? GS von Markus leihen? Nee, nicht soziustauglich. Primavera? Nee, zerlegt. Vespa400? (hysterisches Lachen!)

Nein, ich entscheide mich für meine gute alte PX. Nicht alt genug, aber wenigstens zuverlässig. Sabine hat außerdem noch ihren Zündapp R50 im Gepäck.

Die Ausfahrt beginnt

Wir fahren mit unseren, vom Rollerwahn infizierten Frauen zusammen, am Freitagnachmittag hin, und freuen uns ob des Daches über unserem Kopf, da der Herr uns mit Regen beglückt.

Zwischen zwei Schauern laden wir die Wagen aus und bauen die Zelte auf. Dann werden noch schnell ein Paar Grilladen auf das Bratwurstmopped geworfen und mit lecker Krombacher Kölsch ;-) und dickem Pulli an, der Abend ausgeläutet.

Samstag ging es, nach ausgiebigem Frühstück in der Wanderhütte und ersten Benzingesprächen ( ,,Vespa hab ich auch mal gefahrn, dann hab ich mir ´nen richtigen Roller gekauft. ´Nen Heinkel...“), an die Maschinen und auf zur Schinkenralley.

Die Üblichen Fragen, wie: ,,Wie weit ist es von Holthausen bis Moskau?“ ,oder: ,,Wo kommt die Venus her?“ wurden mit lustigen Spielen, wie Interpreten-erraten mit Hilfe der Musikbox, oder Was-ist-im-Koffer?, verfeinert. Das obligatorische Schinkenwiegen durfte natürlich nicht fehlen und so riet man munter drauf los, was so ein Stück Fleisch im Jutesack wohl wiegen mag.

Die Tour, in deren Pausen man Markus beim Batterieleerorgeln seines Gespannes beobachten konnte, einen Besuch im Schieferbergbaumuseum Holthausen machte, Markus beim Schrauben beobachtete, Dartpfeile scheinbar sinnlos in ein Stück Pappe pfefferte und Markus beim Fluchen zuhören konnte, wurden von einem Schreckmoment begleitet, dass nicht sehr erfreulich für eine alte Hoffmann -Vespa war und Ricardas Kopf mit einer dicken Beule verunzierte. Irgendwie hat der Straßenrand sie angefallen und vom Roller geworfen. Man munkelte es sollen häretische Zauberkräfte am Werk gewesen sein und wollte die Inquisition daran schicken, das Sauerland zu bekehren.

Mit passender Kleidung geht alles...

Warum streikt das Ding schon wieder ?

Ricarda hatte Glück gehabt, dass sie einen RAL*-geprüften Römertopf (*Reichsausschuß für Lieferbedingungen) auf ihrem Kopf trug, der Schlimmeres verhinderte. So konnte sie am Nachmittag schon wieder lachen, als Holger ihr den Pechvogelpreis überreichte.

Ich für mein Teil, stellte fest, dass man auch, wenn man nicht so wirklich mit Ernst an die Sache heran geht, einen Preis gewinnen kann, wenn man nur alles richtig macht.

Auf die Frage:,, Wie heißt der Wanderweg hinter der Hütte?“ habe ich etwa 10 mögliche Antworten von einem Wegweiser an der Strasse abgeschrieben (einer wird’s schon sein!) und die Entfernung nach Moskau war die Pin von meinem ersten Handy! Um so erstaunter war ich, den ersten Preis zu gewinnen. Ich habe noch nie was gewonnen! (*schnief*)

Ok, den Pechvogelpokal 2005. Aber da habe ich nicht wirklich eine Leistung für erbringen müssen.

Pause in der Sauerlandhütte

Eigentlich hätte Markus auch einen Preis verdient. Der Kerl ist so Schraubesüchtig, das er keine Gelegenheit auslässt am Straßenrand zu basteln.

Er hat halt den Ehrgeiz alle zwei Jahre mit einem anderen Roller zu kommen, auch, wenn dann die Probefahrt beim Corso stattfindet.

Als wir während der Tour an der Clubwerkstatt der SORF in Oberberndorf halt machten, entschied sich Markus doch lieber den Roller stehen zu lassen und später abzuholen.

Das Clublokal ähnelt eher einer Werkstatt mit angrenzender Milchbar, dekoriert mit 50er Jahre Utensilien und besagter Musikbox.

Zu bestaunen gab es hier auch den letzten bekannten Walbaroller, mit einem etwas ungeraden Beinschild, aber das störte niemanden.

Beim obligaten Grillwurst- und Steakgrillen am Abend wurde noch so manches Bierchen vernichtet und viele Witze erzählt, die einem die Nacht recht kurz, und die Morgensonne viel zu früh und viel zu hell erscheinen ließ.

Kleines Royal-Treffen in Oberberndorf

Mein Favorit: Eine alte Dame in einem Sauerländischen Örtchen unterhielt sich zur Zeit der Euroumstellung mit einer Nachbarin (wohl wirklich so passiert!):

,,Also, das mit dem Euro. Inner Stadt mach das ja gehen, aber hier auf dem Land glaub ich nich das sich das durchsetzt.“ (Jetzt lachen!)

Am nächsten morgen waren wir mal wieder die letzten beim Frühstück und zu verkatert, die Eisdielentour mitzufahren. Sabine sprang auf die Fuffi, Markus lieh sich meinen Roller und die beiden fuhren mit. Die Ansammlung so vieler alter Vehikel vor einer Eisdiele lockte natürlich eine Menge Interessierter an, die das ,,Mobile Rollermuseum“ bestaunen wollten.

Nachmittags verluden wir unsere Roller und fuhren heim. Nach etwa 2 km plagte uns der Hunger und wir steuerten einen Imbiss an: Frikandel, matschige Fritten und Majonäsepampe im Plastikschälchen. Nix, Currywurst-Pommes! Sind wir falsch abgebogen und in Venlo? Nein, es waren nur Holländer, die hier ihre zweifelhaften Exportschlager an ahnungslose Hungrige verhökerten.

Ich hätte mich fast für die alte Käseknifte erweichen können, die seit Freitag im Fußraum meines Kadett vegetiert. ;-)

Das Wunder von BERNdorf...

Was passiert, wenn ich DA draufdrücke?

Ich muß sagen, es war wieder einmal ein gelungenes Treffen, bei dem sogar meine olle PX ein wenig Anerkennung gefunden hat.

(Ich wär ja gern mit was anderem gekommen, aber nix geht!)

Knut interessierte sich dafür, wie das nu mit der Getrenntschmierung ist. Er Tankt ja 1:50. ,,Wieviel Öl braucht die denn nu? Hasse das ma ausgerechnet?“

,,Na, also für ein sechzig Liter Ölfass brauch ich so 2 Jahre.“ ;-) Die flache Hand, die meinen Helm traf, ließ mich erahnen, das diese Antwort nicht ganz seine Neugier befriedigte.

Mal sehen, womit ich das nächste mal komme. Zweimal dasselbe Fahrzeug wär ja öde. Habe gerade mal 24 Monate Zeit, ein Fahrzeug zum laufen zu bringen.

Das werden wir doch wohl gerade gebogen bekommen, oder Markus?.

Also dann: Bis 2009! Vespa roll...

Backi

Bergauf wird gekämpft....

Rotularum abstrusus extremus (lat. Rollerkrankheit)

Preisverleihung

Rotularum abstrusus immensus (unheilbar)

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