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Restaurations- und Umbaubericht Vespa GS/Cosa 200 FL

2. Bremse (Hinterrad)

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Leider paßt die Hinterradtrommel von der PX nicht auf den Cosa-Motor, daher muß die Hydraulische Cosa-Bremse übernommen werden. Dazu wird vom Hauptbremszylinder die Vorderrad-Bremsleitung abgenommen und der Anschluß verschlossen (Gewinde: M9x1). Der Druckminderer kann ebenfalls entfallen. Man hat also nur noch Hauptbremszylinder mit einer Leitung zum Hinterrad.

Die Trägerplatte für den Hauptbremszylinder wird auf ein handliches Maß gebracht, damit es im Raum hinter der Durchstiegsklappe der GS paßt.

Aus dem Bremshebel wird ein 2 cm langes Stück herausgetrennt, die beiden Enden wieder zusammen- geschweißt

Das Bremspedal ist der neue Bremshebel, also Pedal wegflexen! Der Bremshebel wird durch den GS-Bremszug betätigt

Der Bremshebel braucht eine Aufnahme für den Bremszug, den man sich aus einem Stück Aluminium und einem Blech schnitzen muß. Durch das Aluminiumstück wird ein Loch gebohrt und anschließend ein Gewinde M7 gebohrt. In das Gewinde schraubt man dann eine Hohlschraube der Hinterradbremse der PX, für die Führung und Verstellmöglichkeit des Bremszuges. Das Blech bildet den 2. Arm einer Gabel, das Stück Aluminum bekommt an beiden Enden einen runden Lagerzapfen, damit die Drehbarkeit des Zuges beim Betätigen der Bremse ermöglicht wird. Zum Schluss wird der Bremshebel ein Stück nach innen gebogen, damit er nicht an die Durchstiegsklappe stößt.

Die angepaßte Trägerplatte des Hauptbrems- zylinders wird auf einem Podest befestigt. Die Maße dieses Podestes richtet sich nach den Raumdimensionen hinter der Durchstiegsklappe im Fahrgestell. Am Bodenblech befindet sich dort nämlich die harausgearbeitete Tasche die der Motortraverse den nötigen Platz zum ‘arbeiten' im Fahrgestell verschafft. Ein 50x50mm großes Vierkantrohr dürfte reichen. Es sollte ca. 80mm hoch sein und eine Aussparung besitzen, damit sie auf der Tasche verschraubt werden kann. Die Einheit wird dann quer zur Fahrtrichtung im Fahrgestell verschraubt. Dabei zeigt der Bremshebel nach vorne.

Die Platzierung der Hauptbremszylindereinheit ist Millimeterarbeit. Sie muß hoch genug sein, damit sich der Bremshebel frei drehen läßt (er stößt sonst ans Bodenblech), darf aber nicht so hoch angebracht werden, daß er an den Benzinhahn stößt. Außerdem müssen alle Anschlüsse de- und montierbar bleiben.

Bild links:

  1. hinteren Anschluß verschließen (Es wird nur ein Bremskreis benötigt)
  2. Bremsleitung zum Hinterrad
  3. Podest ca. 50x50x80. Aussparung entsprechend der Bodenblechtasche vorsehen
  4. Schrauben zur Befestigung des Haupt- bremszylinders. Verlaufen von unten durchs Bodenblech, Trägerfuß, Trägerplatte, Hauptbremszylinder.
  5. Tasche im Bodenblech
  6. Hauptbremszylinder mit Trägerplatte
  7. Winkel zur Befestigung der Einheit an der Rückwand

Leider ist die Führung des Bremszuges im GS-Fahrwerk gekapselt, d.h. es kann nur ganz durch das Rohr Rahmen verlegt werden. An seinem Ende, wo es aus dem Rahmen heraustritt und dann normalerweise zum Hinterrad weitergehen würde, wird durch das Bodenblech ein Loch gebohrt in das der Zug durchgeführt wird, um in den Raum hinter die großen Klappe zu gelangen. Dort wird es an ein drehbar gelagertes Lager mit Verstellschraube, das am Bremshebel motiert ist durchgeführt. Aus der Verstellschraube tritt nun der Bremszug heraus. Wo dieser ans Rahmenblech stößt wird ein Verankerungsblech (Winkelblech) befestigt. Daran befindet sich eine Klemmschraube, mit der der Bremszug fixiert wird.

Führung des Bremszuges unter dem Bodenblech...

und nach oben an den Hauptbremszylinder

Kleiner Tip zum Bremszug: Er verläuft sehr stramm, daher Seilzughülle der Rally-Hinterradbremse verwenden, aber einen 2,5mm starken gewöhnlichen Kupplungszug durchlaufen lassen. Der Bremsflüssigkeitsbehälter kommt unter die linke Seitenbacke (wo bei der GS die Batterie saß). Dort kann er duch die Gepäckfachklappe befüllt werden. Der Bremsflüssigkeitsschlauch führt dann durch ein Loch in der Karosserie zum Hauptbremszylinder.

3. Federbein

4. Traversenschraube

Da die GS ein sehr steil abfallendes Heck hat, muß ein entsprechend kurzes Federbein verwendet werden. Dazu kommt noch der um ca. 40 mm weiter hinten liegende Aufnahmepunkt des Federbeins, was dazu führt, daß das Federbein insgesamt steiler ansteht. (Dieser Tatsache ist es auch zu verdanken, daß sich nun kein Anlasser mehr montieren läßt. Das Federbein sitzt nämlich genau im Weg - (schade eigentlich)

Am besten verwendet man ein Federbein, welches eine etwas höhere Gabel zur Motoraufnahme besitzt. (Carbone-Federbein (1)) Der Original Cosa-Federbein ist nicht zu verwenden, da dieser zu lang ist. Der Original PX/V50-Federbein ist auch nicht zu verwenden, da die Gabel zur Motoraufnahme zu kurz ist. Oben am Federbein wird dann das Original Distanzstück der PX geschraubt (2), dann der Gummiblock aus dem Hause PX (3), letztere besitzt ein gewöhnliches M8er Gewinde, welches sich in des GS - Soßdämpferhalter (4) einschrauben läßt. Eventuell muß das Gewinde im Halter etwas tiefer geschnitten werden, damit sich der Stehbolzen des Gummiblocks tief genug einschrauben lässt. Damit steht der Roller dann hinten ein wenig höher als im Original, aber so ist genügend Platz für die Vergasereinheit gewährleistet.

Durch den größeren Abstand an der Motortraversenaufnahme braucht man auch eine längere Traversenschraube. Die Original GS-Schraube hat einen Schaftdurchmesser von 12 mm und ist daher nicht zu verwenden. Die Cosa-Traversenschraube hat einen Schaftdurchmesser von 14mm, ist aber leider zu kurz Verwenden kann man eine Schwingenschraube von einigen Japanischen Herstellern. Die Schraube von der Yamaha RD350 mißt 305mm und ist somit für unseren Fall ausreiched. Möglicherweise wird man bei längerem Suchen auf Oldtimermärkten noch eine längere finden. 316mm wären ideal. Die Schraube läßt sich auch prima spezial Anfertigen. Keinesfalls Edelstahl verwenden - das Material ist zu weich und könnte bei der Belastung abscheren.

5. Vergaser und Wanne

Zum Einsatz kommt ein 24er Vergaser der Vespa PX 200 incl. der Wanne (ohne Ölpumpe). Da aber die Vergasereinheit bei originalem Einbau gegen das Fahrwerk stößt, muß sie gekürzt werden: Aus der Wanne kann zwischen Lufteinlass und KW-Einlass ein ca. 15 mm breites Stück herausgetrennt werden. Die beiden Enden fügt man dann mit einem Blech und einigen M3 Schrauben wieder zusammen. Um die Wanne wieder dicht zu bekommen kann man den Spalt mit Epoxid-Harz ausgießen. Besser wäre noch man kennt jemand der dünnwandiges Aluminium schweissen kann. Dasselbe macht man auch mit dem Deckel. Dieser ist zum Glück aus Blech und läßt sich prima wieder zusammenschweißen.

Vergaserwanne in Streifen

Deckel mit Schweißpunkten

Leider reicht das immer nocht nicht, um das einwandfreie Einfedern des Rollers zu ermöglichen. Auch am Fahrgestell muß noch etwas Material herausgetrennt werden. Die Zylinderspritzwand endet richtung Heck in einem Falz, das mit dem Heckblech verschweißt ist und noch ca 20 mm absteht. Den Falz kann man ein Stück kürzen. An dieser Stelle treffen sich 3 Bleche: Zylinderspritzwand, Heckblech und Tankspritzwand. Hier noch weiter zu kürzen würde die Tragfähigkeit des Rollers einschränken. Also: lieber nicht ! Ideal wäre den Falz bis zur Tankspritzwand dengeln und dort festschweißen. Das gibt auch zusätzliche Stabilität.

Wenn man dem Kampf um die Millimeter aus dem Weg gehen will kann man auch zu einer anderen Lösung greifen:

Alternative: Offene Vergaserwanne:

Dazu kürzt man an der Vergaserwanne alles Material, was im Weg ist. Praktisch kann man sie  bis auf einen kleinen Bund herunterkürzen, nur die Aufnahme für des Gas- und Chokezug sollte man stehen lassen. Nun hat man Platz geschaffen, und der Roller kann bei fast idealer Bodenfreihet am Hinterrad sauber einfedern. Zum Schluß befestigt man noch eine Gummimatte als Spritzschutz zwischen Rahmen und Vergaserwanne.

Platz da für Cosa !!

Nun nimmt man sich den Luftfilter vor, den man vorne um 20-30 mm kürzt. Die Nieten, die den Metallenen Deckel am Aluminiumunterteil hält löst man nun, entnimmt die Stahlwolle und bastelt sich aus einem Stück Blech eine Ummantelung. Oben kommt ein großes Loch, auf das ein Stutzen geschweißt wird. Darauf kommt dann später ein schöner Sportluftfilter z.B. von Polini. Die Bedüsung muß auch geändert werden: 160 / BE5 / 116 - Ausprobieren !

Und so wirds gemacht:.(Prinzipskizze)

1. Luftfilter kürzen

Gitter entfernen, Blech anfertigen

Blech anschweißen, Stutzen dran.

Setzt man nun die Seitenhaube drauf, stellt man fest, daß der Zylinder beim einfedern an die Backe stößt. Glücklicherweise ist sie sehr weich, kann also ohne Probleme etwas nach vorne gebogen und dort verriegelt werden. Die Verriegelungseinheit wird also ca 10-15 mm nach vorne verlegt, indem man dort 2 neue Löcher bohrt.

Hier stößt der Zylinder an

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Jungs, wir haben’s gleich geschafft...

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